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Erwerbsersatzentschädigung ("Corona-Erwerbsersatz")

Der Bundesrat hat Massnahmen getroffen, um die wirtschaftlichen Folgen der Verbreitung des Coronavirus für die betroffenen Selbständigerwerbenden und Arbeitnehmenden abzufedern. Die hier interessierenden Leistungen werden für den Zeitraum vom
17. März bis 16. Mai 2020 ausgerichtet.
Anspruch auf eine Sonderentschädigung für Erwerbsausfall haben:
• Selbständigerwerbende bei behördlicher Betriebsschliessung oder einem Einkommen Akonto 2019 zwischen 10'000 und
  90’000 Franken (s. auch den grünen Text);
• Erwerbstätige ohne Fremdbetreuungsmöglichkeit für Kinder bis 12 Jahre oder solche mit Behinderungen (sofern kein Anspruch auf
  Kurzarbeitsentschädigung und kein Homeoffice möglich; grundsätzlich nicht während Schulferien);
• Erwerbstätige in Quarantäne (sofern kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung und kein Homeoffice möglich).
Die Leistungen müssen mit dem untenstehenden Formular bei der AHV-Ausgleichskasse beantragt werden, bei welcher die AHV-Beiträge bezahlt werden. Die Leistungen betragen 80 % des letzten Einkommens, jedoch maximal 196 Franken pro Tag. Sie werden monatlich rückwirkend durch die Ausgleichskasse ausbezahlt.

ANSPRÜCHE SELBSTÄNDIGERWERBENDER BEI FAKTISCHER BETRIEBSSCHLIESSUNG

Das Bundesamt für Sozialversicherungen (Aufsichtsbehörde über die AHV-Ausgleichskassen) hält explizit fest, dass Ärzten, Zahnärzten und anderen Gesundheitsfachpersonen kein Anspruch auf Leistungen nach Art. 2 Abs. 3 der ab dem 17. März gültigen Verordnung zusteht. Gemäss Bundesamt bestehe keine behördliche Schliessung; eine faktische Betriebsschliessung (Beschränkung auf dringend angezeigte Behandlungen) genüge für den Anspruch nicht.
Aufgrund der Verordnungsänderung vom 16. April besteht jedoch ein Anspruch, wenn das AHV-pflichtige Einkommen Akonto 2019 zwischen 10'000 und 90'000 Franken lag (Abs. 3bis); gemäss BSV-Weisungen bleiben nach dem 17. März erfolgte rückwirkende Anpassungen unberücksichtigt.

Die FMH, SSO, GST und ChiroSuisse begleiten Pilotprozesse, um die Rechtmässigkeit und die Auslegung der Verordnung gerichtlich prüfen zu lassen. Ziel dieser Verfahren ist es, dass ein Entschädigungsanspruch unabhängig vom Einkommen besteht. Bis zu einem rechtskräftigen Entscheid bleiben die Anmeldungen für Ansprüche wegen faktischer Betriebsschliessung und einem Einkommen von über 90'000 Franken bei der medisuisse pendent.

Davon unberührt ist 
•  die Möglichkeit eines Antrags auf einen Covid-19-Überbrückungskredit;
• 
der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für Arbeitnehmer;
• 
der Anspruch auf allfällige Leistungen nach kantonalem Recht, die nicht durch die medisuisse ausgerichtet werden;
• 
der Anspruch bei fehlender Fremdbetreuung oder bei Quarantäne.

ACHTUNG:

Am 19. Juni hat der Bundesrat entschieden, dass Leistungsgesuche in jedem Fall bis spätestens am 16. September 2020 eingereicht werden müssen. Nach der Festlegung der Entschädigung kann eine Neuberechnung der Entschädigung nur vorgenommen werden, wenn eine aktuellere Steuerveranlagung bis zum 16. September 2020 der anspruchsberechtigten Person zugestellt wird und diese den Antrag auf Neuberechnung bis zu diesem Datum einreicht.

Am 1. Juli hat der Bundesrat den Anspruch bei Betriebsschliessung bis zum 16. September 2020 verlängert. Bei bereits erfolgter Anmeldung werden ab Ende Juli die Leistungen für die Selbständigerwerbenden mit einem Einkommen zwischen 10'000 und 90'000 Franken rückwirkend weiter ausgerichtet; eine erneute Anmeldung ist nicht erforderlich. 

►  
Merkblatt
►  Frage-/Antwortkatalog des Bundesamtes
►   Onlineformular für Selbständigerwerbende (Fremdbetreuung/Quarantäne; betreffend Betriebsschliessung s. grünen Text
► 
Onlineformular für Arbeitgeber (Ansprüche für Arbeitnehmer; nicht für Kurzarbeitsentschädigung) 
►   Onlineformular für Arbeitnehmer (nur falls Anmeldung nicht bereits durch Arbeitgeber erfolgt ist und kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht)



ÜBERSICHT ÜBER DIE ALLFÄLLIGEN ANSPRÜCHE

Selbständigerwerbende mit Umsatzeinbussen

• für sich selbst: s. oben grüner Text
• für den mitarbeitenden Ehegatten: limitierte Kurzarbeitsentschädigung = Arbeitslosenkasse
• für die übrigen Mitarbeitenden: Kurzarbeitsentschädigung = Arbeitslosenkasse

juristische Personen (AG und GmbH) mit Kurzarbeit

• für den Unternehmeraktionär: limitierte Kurzarbeitsentschädigung = Arbeitslosenkasse
• für den mitarbeitenden Ehegatten: limitierte Kurzarbeitsentschädigung = Arbeitslosenkasse
• für die übrigen Mitarbeitenden: Kurzarbeitsentschädigung = Arbeitslosenkasse

Sonderansprüche für bestimmte Selbständigerwerbende und Arbeitnehmende

• Eltern mit Kindern bis 12 Jahren/Kindern mit Behinderung mit Erwerbsunterbruch infolge Ausfall Fremdbetreuung
• Erwerbstätige in Quarantäne

Diese Ansprüche bestehen
• nicht bei der Möglichkeit von Homeoffice
• nur subsidiär zur Lohnfortzahlung oder anderen Leistungen
  (z.B. kein Sonderanspruch, wenn Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet wird)

= AHV-Ausgleichskassen

 
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